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	<title>Missbrauch &#8211; karinbjankowski.de</title>
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	<description>Webseite von Autorin Karin B. Jankowski</description>
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	<title>Missbrauch &#8211; karinbjankowski.de</title>
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		<title>Féminicides in Frankreich, Teil 4:</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans &#38; Karin Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 08:50:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Hoffnung und Ermutigung Wir haben gestern über Félix geschrieben: Einen Polizisten, der sich in einer speziellen Dienststelle für den Schutz von Missbrauchsopfern engagiert. Diese heisst „Haus des Vertrauens und des Schutzes der Familien“ und koordiniert die Arbeit von staatlichen Stellen, Schulen, Richtern, Krankenhäusern, privaten Organisationen zum Opferschutz und sogar Sportverbänden. Es gibt in Frankreich über [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Hoffnung und Ermutigung</strong></p>



<p>Wir haben gestern über Félix geschrieben: Einen Polizisten, der sich in einer speziellen Dienststelle für den Schutz von Missbrauchsopfern engagiert. Diese heisst „Haus des Vertrauens und des Schutzes der Familien“ und koordiniert die Arbeit von staatlichen Stellen, Schulen, Richtern, Krankenhäusern, privaten Organisationen zum Opferschutz und sogar Sportverbänden.</p>



<p>Es gibt in Frankreich über 50 dieser „Häuser“, und sie bieten den o.g. Stellen folgendes an:</p>



<p>-Praktische Hilfe, vor allem bei besonders sensiblen Befragungen (Kinder!)</p>



<p>-Analysen und Tips für andere Polizeidienststellen</p>



<p>-Weiterbildung und Sensibilisierung</p>



<p>-Einbindung der örtlichen Stellen</p>



<p>Das klingt erst einmal etwas akademisch; aber wir wissen von Félix, und wir können uns das auch lebhaft vorstellen, was das in Wirklichkeit bedeuten kann: In einer Wirklichkeit voller Missbrauch und Gewalt einerseits und Ignoranz und Wegschauen andererseits, in der die Opfer zwischen diesen Mahlsteinen zerrieben werden.</p>



<p>Deshalb haben wir ihn gebeten, uns mehr von seiner täglichen Arbeit zu erzählen; und wir werden es an dieser Stelle an Euch weitergeben, ja? Wie immer, sind wir dann gespannt auf Eure Kommentare und Nachfragen.</p>



<p>Noch was Ermutigendes, und vielleicht auch das eine Idee für Deutschland und andere Länder: Auf unserem Kassenzettel vom örtlichen „Intermarché“ (vergleichbar mit REWE oder Edeka in Deutschland) haben wir folgenden Text gefunden:</p>



<p>„Opfer von häuslicher Gewalt? Rufen Sie die 3919 („Schluss mit Gewalt“) an, in Notfällen die 17 oder per SMS die 114.“</p>



<p>Bravo dem Intermarché für diesen Eintrag, aber auch dem Erfinder des Textes: Denn er/sie geht zu Recht davon aus, dass in erster Linie die Frauen den Einkauf machen und dabei den Zettel lesen können. Wir wissen nicht, wieviele es tun und wieviele darauf reagieren; aber es ist ein Angebot, und eine kleine Hilfestellung, ne?</p>
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		<title>Der Missbrauch und die Justiz: Und sie bewegt sich doch!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2021 09:57:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschänder]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihr wisst, dass der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, in allen seinen Formen, uns weiter umtreibt. Meine Karin hat ein sehr bewegendes Buch darüber geschrieben („Das letzte Geheimnis“) und dabei den Geistern ihrer Vergangenheit mutig ins Auge geschaut. Wir verfolgen unter anderem die in unserer Wahlheimat Frankreich publizierten Fälle von Missbrauch aller Art (siehe andere Blogbeiträge) [&#8230;]]]></description>
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<p>Ihr wisst, dass der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, in allen seinen Formen, uns weiter umtreibt. Meine Karin hat ein sehr bewegendes Buch darüber geschrieben („Das letzte Geheimnis“) und dabei den Geistern ihrer Vergangenheit mutig ins Auge geschaut.</p>



<p>Wir verfolgen unter anderem die in unserer Wahlheimat Frankreich publizierten Fälle von Missbrauch aller Art (siehe andere Blogbeiträge) und haben dabei eine Tendenz festgestellt, die sowohl verblüffend als auch ermutigend ist: Die zur Anklage gebrachten Fälle werden immer härter bestraft! Die französische Justiz verhängt schon bei sogenannten Einstiegsdelikten (Besitzen von Kinder-Pornographie, Betatschen, sexuell aufdringliche Anmache&#8230;) immer strengere Strafen, während sie Frauen, die sich aus Not gewehrt haben, viel mehr Verständnis entgegenbringt. Das hat zuletzt der Fall Valérie Bacot (unser Blog) gezeigt.</p>



<p>Und dasselbe scheint gerade in Deutschland zu geschehen: Als ehemaliger Richter kann ich nur Beifall klatschen, wenn ich das Urteil gegen die Münsteraner Kinderschänder sehe: 10 bis 14 Jahre plus anschliessende Sicherungsverwahrung – das ist viel, verglichen mit früher. Ich erinnere mich noch an ein Urteil, bei dem ich in den 70ern mitgewirkt habe: 6 Jahre für die wiederholte Vergewaltigung seiner drei Töchter, aus heutiger Sicht viel zu milde. Denn auch die Mutter des münsteraner Haupttäters: 5 Jahre fürs Wegschauen! Das ist heftig, und das ist richtig. Denn das Wegschauen ist oft eine Bedingung für die Tat. Also nochmal, bravo unserer Justiz in Frankreich und in Deutschland; möge es so weitergehen.</p>



<p>Ich bin nicht naiv: Sicherungsverwahrung heisst nicht automatisch lebenslänglich. Es wäre möglich, dass die 4 Haupttäter nach, sagen wir mal 20 Jahren, entlassen werden; und bei ihrem Alter (dann wären sie 50 – 60) wären sie immer noch in der Lage, weiter Schreckliches anzustellen. Da muss die sog. Führungsaufsicht ihre Arbeit machen und bei dem geringsten Anzeichen eines Rückfalls den Täter wieder aus dem Verkehr ziehen. Und denen, die entgegnen könnten, dass wir hier bei einem Strafmass wie bei Mord sind , sage ich „Gut so“. Denn, wie bereits gesagt, diese vier Täter werden vielleicht nach 20 Jahren wieder frei sein – ihre Opfer haben aber lebenslänglich: Nie wieder werden sie in ihrem Leben frei sein von den Schmerzen und Wunden, die ihnen zugefügt worden sind. Fragen Sie Karin, meine geliebte Frau. Oder fragen Sie mich, denn das Leben mit einem ehemaligen Opfer sexualisierter Gewalt ist nicht immer einfach!</p>
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		<title>Féminicides in Frankreich – die Fortsetzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans &#38; Karin Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2021 11:05:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenmorde]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben bereits mehrmals über die aktuellen Fälle von Frauenmord berichtet – und auch über zwei Frauen, die sich endlich gegen ihre Peiniger gewehrt haben. Wir haben auch mit viel Freude beschrieben, wie sich mittlerweile die Justiz entwickelt hat: Mehr Verständnis für die Opfer, und strengere Strafen für die Täter. Alle Fälle, und leider so [&#8230;]]]></description>
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<p>Wir haben bereits mehrmals über die aktuellen Fälle von Frauenmord berichtet – und auch über zwei Frauen, die sich endlich gegen ihre Peiniger gewehrt haben. Wir haben auch mit viel Freude beschrieben, wie sich mittlerweile die Justiz entwickelt hat: Mehr Verständnis für die Opfer, und strengere Strafen für die Täter.</p>



<p>Alle Fälle, und leider so viele andere, haben eines gemeinsam: Man musste sie kommen sehen. Wie viele Anzeichen, und fast immer die gleichen, braucht es denn noch: Schläge, Tritte, Vergewaltigungen, Drohungen, Stalking ohne Ende. Und dann doch: das Ende. Darüber haben wir auch geschrieben: Über die vergeblichen Versuche der Frauen, Hilfe zu bekommen, vom Wegschauen der Familien, Freunde und Nachbarn, vom Versagen der Ämter, Ärzte und Schulen.</p>



<p>Und vorgestern haben wir einen Mann getroffen, der Polizist ist und sich zur Aufgabe gemacht hat, Fällen von Missbrauch energisch nachzugehen. Er leitet ein Team von Kollegen und Psychologen, die alle wie er engagiert und motiviert gegen diese Verbrechen ermitteln und die Verantwortlichen vor Gericht bringen. Wir haben, nennen wir ihn Félix, gebeten, uns mehr und Näheres über seine Arbeit im Nordwesten Frankreichs zu erzählen – und sobald er das tut, werden wir Euch das gerne weitererzählen.</p>



<p>Es gibt sie doch auch: Die Hoffnung.</p>
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		<title>„Féminicides“ in Frankreich, Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 10:26:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tötung]]></category>
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					<description><![CDATA[oder: Mal andersrum 2014 wurde Jacqueline Sauvage, 67 Jahre alt, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihren Mann mit drei Schüssen in den Rücken getötet, weil er sie und ihre drei Töchter jahrzehntelang misshandelt und vergewaltigt hatte. Alle wussten das, aber es blieb am Ende nur diese Verzweiflungstat der Frau. Ihre Richter waren streng: [&#8230;]]]></description>
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<p>oder: Mal andersrum</p>



<p>2014 wurde Jacqueline Sauvage, 67 Jahre alt, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihren Mann mit drei Schüssen in den Rücken getötet, weil er sie und ihre drei Töchter jahrzehntelang misshandelt und vergewaltigt hatte. Alle wussten das, aber es blieb am Ende nur diese Verzweiflungstat der Frau.</p>



<p>Ihre Richter waren streng: Keine Selbstverteidigung, da Schüsse in den Rücken, und trotz der Vorgeschichte und des Leidenswegs von Frau Sauvage und ihren Töchtern (ihr Sohn hatte sich am Abend vor der Tat das Leben genommen) wurde sie 2014 zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Der damalige Staatspräsident Frankreichs zeigte mehr Verständnis, auch angesichts des öffentlichen Aufschreis: Trotz des Widerstandes des Gerichts begnadigte er sie, und sie konnte 2016 aus der Haft entlassen werden.</p>



<p>Seit ein paar Tagen hat Frankreich eine zweite Jacqueline Sauvage: Sie heisst Valérie Bacot und stand wegen Tötung ihres Mannes vor Gericht. Auch sie handelte aus Verzweiflung, um endlich den Mann loszuwerden, der sie 25 Jahre lang missbraucht und sogar zur Prostitution gezwungen hatte. Trotzdem dies alles polizeibekannt war, kam auch hier ihr niemand zur Hilfe, nicht mal die eigene Mutter.</p>



<p>Und, siehe da, die Justiz hat wohl aus dem Fall Sauvage gelernt; oder können wir hoffen, dass sich die Gesellschaft im Ganzen weiterentwickelt hat? Auf jeden Fall wurde der Leidensweg von Frau Bacot als stark mildernder Umstand berücksichtigt. Der Generalstaatsanwalt sagte den bemerkenswerten Satz: „ Sie durfte kein Leben nehmen; und deswegen muss sie bestraft werden, aber ohne wieder ins Gefängnis zu müssen.“ Das Urteil fiel dementsprechend aus: 4 Jahre wegen Totschlags, davon 3 auf Bewährung, und das vierte war bereits durch die Untersuchungshaft abgebüsst.</p>



<p>Damit konnte Valérie Bacot am 26.6.21 den Gerichtssaal als freier Mensch verlassen – in jeder Beziehung. Wie gesagt: Dürfen wir hoffen, dass sich das Bewusstsein unserer Gesellschaft zum Vorteil aller Missbrauchten weiterentwickelt?</p>
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		<title>Die „féminicides“: Ein Blick auf die Ermordung von Frauen durch ihre (ex)Partner in Frankreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 10:21:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tötung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Ihr wisst, ist mein Hauptanliegen die Anprangerung des Missbrauchs in allen seinen Formen – und damit dessen Bekämpfung. Eines meiner Bücher handelt davon, und bald wird es eine Fortsetzung von „Das letzte Geheimnis“ geben. Aber ich will auch mit Euch ins Gespräch kommen, mich austauschen und noch dazu lernen. In meiner Wahlheimat Frankreich verfolgen [&#8230;]]]></description>
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<p>Wie Ihr wisst, ist mein Hauptanliegen die Anprangerung des Missbrauchs in allen seinen Formen – und damit dessen Bekämpfung. Eines meiner Bücher handelt davon, und bald wird es eine Fortsetzung von „Das letzte Geheimnis“ geben. Aber ich will auch mit Euch ins Gespräch kommen, mich austauschen und noch dazu lernen. In meiner Wahlheimat Frankreich verfolgen mein Mann und ich täglich, wie es hier damit aussieht.</p>



<p>Und, es wird Euch nicht überraschen, das Ergebnis unserer Analysen ist&nbsp; niederschmetternd: Missbrauch von Kindern durch Eltern, von Frauen durch ihre Partner, von Lehrern und Priestern an ihren Schutzbefohlenen, von Sportler/innen durch ihre Trainer. Überall und täglich, und auch in Frankreich sind die Dunkelziffern enorm.</p>



<p>Heute schreibe ich über die ultimative Form des Missbrauchs: Die Tötung, oder sagen wirs doch direkt, die Ermordung des Opfers, jeden zweiten Tag eine. Das Motiv der Täter ist im Grunde immer dasselbe: Sie können nicht ertragen, dass Schluss ist: Dass ihre Partnerinnen die Schnauze voll haben, erniedrigt, geschlagen und vergewaltigt zu werden. Dagegen scheint es kein typisches Täterprofil zu geben. Gerade eben lese ich, dass ein 71jähriger zum zweiten Mal seiner Frau nach dem Leben getrachtet hat&nbsp; und gerade noch gefasst wurde.</p>



<p>Was sich aber wie ein roter Faden durch diese Fälle zieht ist, dass jeder Mord am Ende einer langen Geschichte steht, die sich schon seit langem abgezeichnet hat; und dass die Opfer vergeblich auf Hilfe von Polizei und Gerichten gehofft hatten – von ihren Familien, Freunden und Nachbarn ganz zu schweigen.</p>



<p>Zu theoretisch? Zu simpel? Nun, hier einige Beispiele nur aus den letzten Wochen in unserer Gegend:</p>



<p>Vesoul: Ein 65jähriger hatte 2015 (!) versucht, seine Frau mit einem Hocker zu erschlagen. Daraufhin kam er 1 ½ Jahre ins Gefängnis und wurde dann in Erwartung seines Prozesses (wegen Mordversuchs!) freigelassen. Auflage: Seine Ex-Frau endlich in Ruhe zu lassen. Nun wurde er wieder erwischt, als er versuchte, sich ihr wieder zu nähern.</p>



<p>Metz: Ein Mann wirft seine Frau aus dem Fenster, und schiesst dann auf der Strasse mehrmals auf sie. Er war bereits 2014 wegen Misshandlung dieser Frau verurteilt worden und hatte sie seitdem immer wieder verfolgt. Letzten August hatte sie ihn deswegen wiederum angezeigt: Verfahren eingestellt.</p>



<p>Region Vesoul/Marnay: Mathilde geht an die Presse und schreibt sogar der Regierung: Sie wird seit Jahren von ihrem Ex-Partner verfolgt, mit Vergewaltigung und Tod bedroht. 5 Anzeigen verlaufen im Sand. Der Staatsanwalt teilt mit, dass er nicht genügend Anhaltspunkte hätte, einzuschreiten, trotz medizinischer Gutachten und Videoaufnahmen der Anrufe (50 pro Tag!!) und Angriffe.</p>



<p>Irgendwo anders in Frankreich: Ein Mann schiesst mehrmals auf seine Frau, und als sie gelähmt auf der Strasse liegt, begiesst er sie mit Benzin und setzt sie in Brand. Auch hier: Ein langer Leidensweg ging voraus, ohne dass ihr wirklich geholfen wurde.</p>



<p>Andere aktuelle Fälle in Rouen und in Bastia: Erniedrigungen, Gewalt und schliesslich Mord – alles lange bekannt und vorhersehbar. Wie kann das sein??</p>



<p>MEIN Facit: Durch Erziehung, Aufklärung und Therapien muss geholfen werden:</p>



<p>Den Frauen, sich zu verteidigen, sich (und ihre Kinder) zu schützen und ihre gewalttätigen Partner endlich zu verlassen. Den Männern, zu verstehen und zu akzeptieren, dass ihre Frauen Liebe und Respekt verlangen, und, dass eine Beziehung auch mal zu Ende sein kann. In diese Richtung muss sich unsere Gesellschaft entwickeln, und es ist eine Schande, dass wir noch nicht so weit gekommen sind.</p>



<p>ABER, was wir sofort machen können und müssen, ist, von unserer Justiz zu verlangen, dass sie endlich den Frauen, und oft auch den Kindern, den so dringend nötigen Schutz gibt. Ist es denn so schwer, unsere Polizisten noch mehr zu sensibilisieren, dass sie dies auch tun?</p>



<p>Mathildes 5 Anzeigen wurden nicht weiter verfolgt; alle oben beschriebenen Fälle hatten ihre traurige Vorgeschichte. In Frankreich werden 80% solcher Anzeigen einfach zu den Akten gelegt. Sieht es in Deutschland besser aus? Habt ihr Zahlen? Beispiele? Vorschläge?</p>



<p>Ich danke Euch im voraus.</p>



<p>P.S. Gerade schlage ich unsere Zeitung auf: Zwei neue Fälle – und wiederum der grausige Höhepunkt zweier langer (und polizeibekannten) Leidenswege.</p>



<p></p>
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