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	<title>Karin B. Jankowski &#8211; karinbjankowski.de</title>
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	<description>Webseite von Autorin Karin B. Jankowski</description>
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	<title>Karin B. Jankowski &#8211; karinbjankowski.de</title>
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		<title>Making of  ² &#8230; Vertrau mir!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jul 2022 10:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[[..] Es ist ein bisschen, wie eine Köchin zu bitten, ihre Rezepte zu verraten. So empfinde ich es auf jeden Fall. Mein Mann, der nachgewiesenerweise die beste Vinaigrette dieseits und jenseits der Alpen macht, sagt in solchen Fällen eiskalt, aber mit einem Lächeln in den Augen: If I told you I’d have to kill you. [&#8230;]]]></description>
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<p>[<em>..] Es ist ein bisschen, wie eine Köchin zu bitten, ihre Rezepte zu verraten. So empfinde ich es auf jeden Fall. Mein Mann, der nachgewiesenerweise die beste Vinaigrette dieseits und jenseits der Alpen macht, sagt in solchen Fällen eiskalt, aber mit einem Lächeln in den Augen: <strong>If I told you I’d have to kill you</strong></em>.</p>



<p><em>Also, ich mache es so: Ich gebe euch ein bisschen Einblick, aber dafür könnt ihr dann auch am Leben bleiben</em>:</p>



<p></p>



<p><strong>Hattest du das Ende schon im Kopf, als du anfingst zu schreiben?</strong> </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Klar habe ich das Ende so im Kopf, aber es gibt auch Stränge, die sich im Laufe der Geschichte erst entwickeln. Das hängt vor allem von der Eigendynamik der jeweiligen Personen ab. Das kann so weit gehen, dass sich im Laufe des Schreibens herausstellt, welchen liebgewonnenen Protagonisten man sogar mal opfern muss.</p></blockquote>



<p><strong>Wo hast du deine Infos her (auch der Kontakt ins Flüchtlingslager, wie kam der zustande)?</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Die Informationen habe ich aus meiner eigenen Lebenserfahrung, Hunderten von Gesprächen&nbsp; und noch mehr Büchern und Presseartikeln, die ich gelesen habe. Den Kontakt ins Flüchtlingslager habe ich gesucht und gefunden.</p></blockquote>



<p><strong>Gibt es wahre Personen als Vorbilder für deine Protagonisten?</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Wie alles, was ich schreibe, liegt auch hier die Antwort in der Mitte&nbsp;: Fiktion versus Wahrheit. Reale Person versus Erfundene. Wie soll ich es anders erklären als&nbsp;: Alle meine Personen habe ich irgendwo und irgendwann schon einmal getroffen. Einige sogar in mir selbst. Aber alle haben sich weiterentwickelt.</p></blockquote>



<p><strong>Was passiert, wenn das Manuskript fertig ist?</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Wenn das Mansukript fertig ist, wird es lektoriert und korrigiert. Das ist der für mich unangenehmste Teil der Arbeit. Da geht es nämlich nicht mehr um Phantasie und Kreativität. Nein, da muss alles korrekt sein. Und da stehe ich mir oft selbst im Wege. Ich bin ein internationaler Mensch. Habe meinen eigenen Stil entwickelt, schaue gerne über Grenzen und sehe auch die deutsche Rechtschreiberegelung und andere Formalitäten nicht so eng wie die meisten Verlage. Dafür leiste ich mir dann auch die Freiheit, selbst zu publizieren. Ich geniesse diese Freiheit sehr, weil ich eine Künstlerin bin und mich nicht gerne durch Regeln einengen lasse.</p></blockquote>



<p><strong>Wer darf zuerst lesen?</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Als Erster liest mein Manuskript immer mein Mann. Und wenn sich jemand dafür interessiert, was ich von seiner Meinung halte, der kann gerne mal die Widmung von «&nbsp;Vertrau mir&nbsp;!&nbsp;» lesen. Dann weiss er, warum. Mein Mann war in einem anderen Leben Richter, Staatsanwalt, hoher Beamter in der Europäischen Kommission und nebenbei ist er ein grosser Intellektueller. Auf sein Urteil verlasse ich mich lieber als auf das eines Verlages, der verständlicherweise auf «&nbsp;Verkaufszahlen&nbsp;» aus ist. Mir geht es um eine gute Geschichte. Eine, die als allererstes mir gefallen muss. Dann kommt lange nichts. Dann kommt mein Mann. Dann erst mein Lektorat. Das ist der Luxus der Freiheit&nbsp;: geistiger Freiheit … weit weg von «&nbsp;Bestsellerlisten&nbsp;». Wie hat Christine Brückner mal über sich gesagt&nbsp;: Ich schreibe keine «&nbsp;Bestseller&nbsp;» sondern «&nbsp;Longseller&nbsp;». Das würde mir auch gefallen … </p></blockquote>



<p><strong>Was hat es mit dem Foto fürs Cover auf sich? Warum findest du es so passend?</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Ja, das Foto passt einfach zu meinem Buch. Und wer das nicht versteht, dem kann ich es auch nicht erklären. Dann hat er oder sie vielleicht das Buch nicht so verstanden wie ich &#8230; aber eure Meinung interessiert mich natürlich auch. Für welches Bild hättet ihr euch entschieden, nachdem ihr wisst, wovon das Buch handelt?</p></blockquote>



<p></p>



<p></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="500" height="648" data-id="5409" src="https://karinbjankowski.de/wp-content/uploads/2022/07/Das-letzte-Geheimnis-2-PreviewCover.png" alt="" class="wp-image-5409" srcset="https://karinbjankowski.de/wp-content/uploads/2022/07/Das-letzte-Geheimnis-2-PreviewCover.png 500w, https://karinbjankowski.de/wp-content/uploads/2022/07/Das-letzte-Geheimnis-2-PreviewCover-231x300.png 231w, https://karinbjankowski.de/wp-content/uploads/2022/07/Das-letzte-Geheimnis-2-PreviewCover-300x389.png 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>



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		<title>Making of &#8230; Vertrau mir!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 20:49:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[DerRoman,den der Lesersieht, ist wie die Spitze eines Eisbergs. Und 3/4 von dem Stoff für eine solche Geschichte liegt imHintergrund: Charakterbögen, Spannungsstränge. Die Fotos zeigen Einblicke, wie ein Roman bei mir entsteht: Viele Ideen kommen in der Nacht, die schreibe ich in Notizbüchlein, die immer auf dem Nachttisch liegen. Oder während ich unterwegs bin … [&#8230;]]]></description>
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<p class="has-text-align-center">Der<br>Roman,<br>den der Leser<br>sieht, ist wie die Spitze<br> eines Eisbergs. Und 3/4 von dem<br> Stoff für eine solche Geschichte liegt im<br>Hintergrund: Charakterbögen, Spannungsstränge.</p>



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<figcaption class="blocks-gallery-caption">Ich arbeite nachts und unterwegs mit Notizblock und Zettel und sonst am Laptop…</figcaption></figure>
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<p>Die Fotos zeigen Einblicke, wie ein Roman bei mir entsteht: Viele Ideen kommen in der Nacht, die schreibe ich in Notizbüchlein, die immer auf dem Nachttisch liegen. Oder während ich unterwegs bin … auch mal auf fliegende Zettel. Dann gibt es natürlich die Stoffsammlung im Laptop. Charakterbögen zu jeder einzelnen Person, die Auskunft geben über: Alter, Haar- und Augenfarbe, Grösse, Beruf, Stimme, Kleidung, besondere Kennzeichen, Auftreten, Charaktereigenschaften etc. Damit ich sie mir vorstellen kann und damit sie anfangen zu leben. Was für eine Herausforderung es sein kann, die adäquate Titelseite zum Roman zu finden, ist auch interessant. Aber das erzähle ich nächstes Mal.</p>



<p>Heute will ich euch was anderes anvertrauen: Als Schriftstellerin schreibe ich gerne. Erfinde Geschichten, oder recherchiere Fakten, die ich in die Fiktion einfliessen lasse. Was ich nicht gerne mache, ist, über mich selbst schreiben. Oder, wie mich gerade meine « Bücherfee » mal wieder gebeten hat, aus dem Nähkästchen zu erzählen. Sprich, Dinge zu verraten, wie:</p>
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<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><em>&#8222;<strong>Hattest du das Ende schon im Kopf als du anfingst? Wo hast du deine Infos her (auch der Kontakt ins Flüchtlingslager, wie kam der zustande)? Gibt es wahre Personen als Vorbilder für deine Protagonisten? Was passiert, wenn das Manuskript fertig ist? Wer darf zuerst lesen? Was hat es mit dem Foto fürs Cover auf sich? Warum findest du es so passend?</strong></em>&#8222;</p></blockquote></figure>



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<p class="has-text-align-left">Es ist ein bisschen, wie eine Köchin zu bitten, ihre Rezepte zu verraten. So empfinde ich es auf jeden Fall. Mein Mann, der nachgewiesenerweise die beste Vinaigrette dieseits und jenseits der Alpen macht, sagt in solchen Fällen eiskalt, aber mit einem Lächeln in den Augen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default"><p><strong>If I told you I’d have to kill you . </strong></p></blockquote>
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<p>Also, ich mache es so: Ich gebe euch im nächsten Blog ein bisschen Einblick, aber dafür könnt ihr dann auch am Leben bleiben &#8230;</p>



<p> </p>



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		<title>„Féminicides“ in Frankreich, Teil 2</title>
		<link>https://karinbjankowski.de/blog/feminicides-in-frankreich-teil-2-oder-mal-andersrum/</link>
					<comments>https://karinbjankowski.de/blog/feminicides-in-frankreich-teil-2-oder-mal-andersrum/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 10:26:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tötung]]></category>
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					<description><![CDATA[oder: Mal andersrum 2014 wurde Jacqueline Sauvage, 67 Jahre alt, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihren Mann mit drei Schüssen in den Rücken getötet, weil er sie und ihre drei Töchter jahrzehntelang misshandelt und vergewaltigt hatte. Alle wussten das, aber es blieb am Ende nur diese Verzweiflungstat der Frau. Ihre Richter waren streng: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>oder: Mal andersrum</p>



<p>2014 wurde Jacqueline Sauvage, 67 Jahre alt, zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihren Mann mit drei Schüssen in den Rücken getötet, weil er sie und ihre drei Töchter jahrzehntelang misshandelt und vergewaltigt hatte. Alle wussten das, aber es blieb am Ende nur diese Verzweiflungstat der Frau.</p>



<p>Ihre Richter waren streng: Keine Selbstverteidigung, da Schüsse in den Rücken, und trotz der Vorgeschichte und des Leidenswegs von Frau Sauvage und ihren Töchtern (ihr Sohn hatte sich am Abend vor der Tat das Leben genommen) wurde sie 2014 zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Der damalige Staatspräsident Frankreichs zeigte mehr Verständnis, auch angesichts des öffentlichen Aufschreis: Trotz des Widerstandes des Gerichts begnadigte er sie, und sie konnte 2016 aus der Haft entlassen werden.</p>



<p>Seit ein paar Tagen hat Frankreich eine zweite Jacqueline Sauvage: Sie heisst Valérie Bacot und stand wegen Tötung ihres Mannes vor Gericht. Auch sie handelte aus Verzweiflung, um endlich den Mann loszuwerden, der sie 25 Jahre lang missbraucht und sogar zur Prostitution gezwungen hatte. Trotzdem dies alles polizeibekannt war, kam auch hier ihr niemand zur Hilfe, nicht mal die eigene Mutter.</p>



<p>Und, siehe da, die Justiz hat wohl aus dem Fall Sauvage gelernt; oder können wir hoffen, dass sich die Gesellschaft im Ganzen weiterentwickelt hat? Auf jeden Fall wurde der Leidensweg von Frau Bacot als stark mildernder Umstand berücksichtigt. Der Generalstaatsanwalt sagte den bemerkenswerten Satz: „ Sie durfte kein Leben nehmen; und deswegen muss sie bestraft werden, aber ohne wieder ins Gefängnis zu müssen.“ Das Urteil fiel dementsprechend aus: 4 Jahre wegen Totschlags, davon 3 auf Bewährung, und das vierte war bereits durch die Untersuchungshaft abgebüsst.</p>



<p>Damit konnte Valérie Bacot am 26.6.21 den Gerichtssaal als freier Mensch verlassen – in jeder Beziehung. Wie gesagt: Dürfen wir hoffen, dass sich das Bewusstsein unserer Gesellschaft zum Vorteil aller Missbrauchten weiterentwickelt?</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die „féminicides“: Ein Blick auf die Ermordung von Frauen durch ihre (ex)Partner in Frankreich</title>
		<link>https://karinbjankowski.de/blog/die-feminicides-ein-blick-auf-die-ermordung-von-frauen-durch-ihre-expartner-in-frankreich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 10:21:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tötung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Ihr wisst, ist mein Hauptanliegen die Anprangerung des Missbrauchs in allen seinen Formen – und damit dessen Bekämpfung. Eines meiner Bücher handelt davon, und bald wird es eine Fortsetzung von „Das letzte Geheimnis“ geben. Aber ich will auch mit Euch ins Gespräch kommen, mich austauschen und noch dazu lernen. In meiner Wahlheimat Frankreich verfolgen [&#8230;]]]></description>
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<p>Wie Ihr wisst, ist mein Hauptanliegen die Anprangerung des Missbrauchs in allen seinen Formen – und damit dessen Bekämpfung. Eines meiner Bücher handelt davon, und bald wird es eine Fortsetzung von „Das letzte Geheimnis“ geben. Aber ich will auch mit Euch ins Gespräch kommen, mich austauschen und noch dazu lernen. In meiner Wahlheimat Frankreich verfolgen mein Mann und ich täglich, wie es hier damit aussieht.</p>



<p>Und, es wird Euch nicht überraschen, das Ergebnis unserer Analysen ist&nbsp; niederschmetternd: Missbrauch von Kindern durch Eltern, von Frauen durch ihre Partner, von Lehrern und Priestern an ihren Schutzbefohlenen, von Sportler/innen durch ihre Trainer. Überall und täglich, und auch in Frankreich sind die Dunkelziffern enorm.</p>



<p>Heute schreibe ich über die ultimative Form des Missbrauchs: Die Tötung, oder sagen wirs doch direkt, die Ermordung des Opfers, jeden zweiten Tag eine. Das Motiv der Täter ist im Grunde immer dasselbe: Sie können nicht ertragen, dass Schluss ist: Dass ihre Partnerinnen die Schnauze voll haben, erniedrigt, geschlagen und vergewaltigt zu werden. Dagegen scheint es kein typisches Täterprofil zu geben. Gerade eben lese ich, dass ein 71jähriger zum zweiten Mal seiner Frau nach dem Leben getrachtet hat&nbsp; und gerade noch gefasst wurde.</p>



<p>Was sich aber wie ein roter Faden durch diese Fälle zieht ist, dass jeder Mord am Ende einer langen Geschichte steht, die sich schon seit langem abgezeichnet hat; und dass die Opfer vergeblich auf Hilfe von Polizei und Gerichten gehofft hatten – von ihren Familien, Freunden und Nachbarn ganz zu schweigen.</p>



<p>Zu theoretisch? Zu simpel? Nun, hier einige Beispiele nur aus den letzten Wochen in unserer Gegend:</p>



<p>Vesoul: Ein 65jähriger hatte 2015 (!) versucht, seine Frau mit einem Hocker zu erschlagen. Daraufhin kam er 1 ½ Jahre ins Gefängnis und wurde dann in Erwartung seines Prozesses (wegen Mordversuchs!) freigelassen. Auflage: Seine Ex-Frau endlich in Ruhe zu lassen. Nun wurde er wieder erwischt, als er versuchte, sich ihr wieder zu nähern.</p>



<p>Metz: Ein Mann wirft seine Frau aus dem Fenster, und schiesst dann auf der Strasse mehrmals auf sie. Er war bereits 2014 wegen Misshandlung dieser Frau verurteilt worden und hatte sie seitdem immer wieder verfolgt. Letzten August hatte sie ihn deswegen wiederum angezeigt: Verfahren eingestellt.</p>



<p>Region Vesoul/Marnay: Mathilde geht an die Presse und schreibt sogar der Regierung: Sie wird seit Jahren von ihrem Ex-Partner verfolgt, mit Vergewaltigung und Tod bedroht. 5 Anzeigen verlaufen im Sand. Der Staatsanwalt teilt mit, dass er nicht genügend Anhaltspunkte hätte, einzuschreiten, trotz medizinischer Gutachten und Videoaufnahmen der Anrufe (50 pro Tag!!) und Angriffe.</p>



<p>Irgendwo anders in Frankreich: Ein Mann schiesst mehrmals auf seine Frau, und als sie gelähmt auf der Strasse liegt, begiesst er sie mit Benzin und setzt sie in Brand. Auch hier: Ein langer Leidensweg ging voraus, ohne dass ihr wirklich geholfen wurde.</p>



<p>Andere aktuelle Fälle in Rouen und in Bastia: Erniedrigungen, Gewalt und schliesslich Mord – alles lange bekannt und vorhersehbar. Wie kann das sein??</p>



<p>MEIN Facit: Durch Erziehung, Aufklärung und Therapien muss geholfen werden:</p>



<p>Den Frauen, sich zu verteidigen, sich (und ihre Kinder) zu schützen und ihre gewalttätigen Partner endlich zu verlassen. Den Männern, zu verstehen und zu akzeptieren, dass ihre Frauen Liebe und Respekt verlangen, und, dass eine Beziehung auch mal zu Ende sein kann. In diese Richtung muss sich unsere Gesellschaft entwickeln, und es ist eine Schande, dass wir noch nicht so weit gekommen sind.</p>



<p>ABER, was wir sofort machen können und müssen, ist, von unserer Justiz zu verlangen, dass sie endlich den Frauen, und oft auch den Kindern, den so dringend nötigen Schutz gibt. Ist es denn so schwer, unsere Polizisten noch mehr zu sensibilisieren, dass sie dies auch tun?</p>



<p>Mathildes 5 Anzeigen wurden nicht weiter verfolgt; alle oben beschriebenen Fälle hatten ihre traurige Vorgeschichte. In Frankreich werden 80% solcher Anzeigen einfach zu den Akten gelegt. Sieht es in Deutschland besser aus? Habt ihr Zahlen? Beispiele? Vorschläge?</p>



<p>Ich danke Euch im voraus.</p>



<p>P.S. Gerade schlage ich unsere Zeitung auf: Zwei neue Fälle – und wiederum der grausige Höhepunkt zweier langer (und polizeibekannten) Leidenswege.</p>



<p></p>
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		<title>Regionalwahlen in Frankreich, Juni 2021: Eine gute und eine schlechte Nachricht &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 13:45:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschehen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erste Runde der Regionalwahlen in Frankreich ist vorbei. Und siehe da: Dieultrarechte Le-Pen-Partei (jetzt: Rassemblement National, vorher Front National) hatwider alles Erwarten nicht gut abgeschnitten. Sie liegt nur noch im Südosten knappvorne, und wahrscheinlich wird sie auch dort in der Stichwahl am Sonntag von einerMitte-Links Koalition geschlagen werden. Das lässt uns auch für diePräsidentschaftswahlen [&#8230;]]]></description>
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<p class="has-text-align-left">Die erste Runde der Regionalwahlen in Frankreich ist vorbei. Und siehe da: Die<br>ultrarechte Le-Pen-Partei (jetzt: Rassemblement National, vorher Front National) hat<br>wider alles Erwarten nicht gut abgeschnitten. Sie liegt nur noch im Südosten knapp<br>vorne, und wahrscheinlich wird sie auch dort in der Stichwahl am Sonntag von einer<br>Mitte-Links Koalition geschlagen werden. Das lässt uns auch für die<br>Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr hoffen, bei denen wiederum ein Duell Macron ./.<br>Le Pen erwartet wird. (Obwohl die Macron-Partei mangels örtlicher und regionaler<br>Verankerung noch viel schlechter abgeschnitten hat.)<br><br>Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Eine Wahlbeteiligung von 33%! Ja, richtig:<br>Zwei Drittel der Wähler sind nicht hingegangen, und, noch schlimmer, die allermeisten<br>davon Jungwähler. Zur Erinnerung: Die letzten Landtagswahlen in Deutschland<br>(Sachsen-Anhalt) hatten eine Beteiligung von über 60 %. Nicht berauschend, aber<br>praktisch das Doppelte wie in Frankreich.<br><br>Die Gründe: Demokratieverdrossenheit? Mangel an packenden Themen? An<br>interessanten Kandidaten? Ja, all das, aber auch noch was: Die traditionell und so<br>gewollt schwache und kaum sichtbare Rolle der Regionen in der französischen Politik.<br>Nur wenige wissen, und noch weniger interessieren sich dafür, welche Befugnisse,<br>welche Aufgaben sie überhaupt haben und für welche Politiken sie stehen. Die<br>Franzosen sprechen von einem „millefeuille administratif“: Einer Aufsplitterung von<br>Kompetenzen bis zur Unkenntlichkeit. Und am Ende entscheidet sowieso Paris. Also,<br>warum regional wählen?<br><br>Nun mehren sich auch hier die Stimmen nach mehr Föderalismus. Warum sollen die<br>Regionen in Frankreich nicht dastehen wie die deutschen Länder? Würde das nicht die<br>Wähler motivieren und an die Urnen bringen? Sich mehr einzubringen, wenn es um das<br>Interesse ihrer eigenen Region gibt und sie ihre Politiker persönlich kennen?<br><br>Zugegeben: Vor ein paar Monaten wäre es uns schwer gefallen, dem deutschen<br>Föderalismus das Wort zu reden. Das Durcheinander in der Corona-Krise war ja kaum<br>zu ertragen. Aber ist es nicht besser, auf die Herren Söder, Laschet und Konsorten zu<br>schimpfen, als sie nicht zu kennen? Als zuhause zu bleiben und zu hoffen, dass<br>irgendwer irgendwie irgendwo über unser Leben mitentscheidet?<br><br>Mal sehen, was die Stichwahlen hier weiter bringen. Und ob sich vielleicht hier mal was<br>tut in Sachen Regionen und ihre Rolle im politischen Leben?</p>
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		<title>Orban: Verrat an den europäischen Werten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 13:07:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Regenbogen]]></category>
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					<description><![CDATA[Und wieder gibt es Ärger mit Ungarn. Wir wissen, Herr Orban ist nicht Ungarn; aber er repräsentiert es, und er wurde ja auch demokratisch gewählt, das zu tun. Wurde er auch gewählt, um die ungarische Gesellschaft nach seinem reaktionären Weltbild zu formen? Um sich mit der Europäischen Union anzulegen und gleichzeitig Milliarden an Subventionen abzukassieren? [&#8230;]]]></description>
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<p>Und wieder gibt es Ärger mit Ungarn. Wir wissen, Herr Orban ist nicht Ungarn; aber er repräsentiert es, und er wurde ja auch demokratisch gewählt, das zu tun.</p>



<p>Wurde er auch gewählt, um die ungarische Gesellschaft nach seinem reaktionären Weltbild zu formen? Um sich mit der Europäischen Union anzulegen und gleichzeitig Milliarden an Subventionen abzukassieren? Wir bezweifeln das, aber wie gesagt: Er wurde von der Mehrheit der Ungarn gewählt.</p>



<p>Da ist es nur gut und richtig, wenn man seine Exzesse und Provokationen auch anprangert: In diesem Fall dadurch, dass man mit einem Stadion in Regenbogenfarben gegen den Entwurf eines Orban-Gesetzes zu weiterer Diskriminierung der Homosexuellen protestieren möchte. Bravo, Herr Reiter, OB von München. Und auch Fussballer wie Griezmann, Goretzka und Neuer (toll, dass er wirklich mit einer Kapitänsarmbinde in diesen Farben eingelaufen ist und auch noch beim Abschlussinterview mehrmals in die Kamera gehalten hat) das öffentlich gut finden.</p>



<p>Anstatt jetzt über das beredte Schweigen der alten Säcke im DFB zu schreiben oder die Tatsache zu bedauern, dass sich seit Jahren kein Fussball-Profi mehr zu seiner Homosexualität bekannt hat, oder uns zu fragen, warum Orban immer noch so beliebt in Ungarn, und ob er für die EU noch tragbar ist, möchten wir über die Reaktion der Europäischen Kommission reden. Frau van der Leyen, die Präsidentin, hat das ungarische Vorhaben „eine Schande“ genannt. Okay, fein, aber das reicht nicht. Die Kommission als Hüterin der Einhaltung der EU-Verträge MUSS hier mehr tun. Und mehr, das heisst, juristisch gegen Ungarn vorgehen;</p>



<p>Denn sie kann das: Der EU-Vertrag sieht ausdrücklich vor, dass die Kommission gegen jeden Mitgliedstaat, der eine Vertragsverletzung begeht, offiziell vorgehen kann. Das Verfahren kann bis zum Europäischen Gerichtshof gehen, der bisher in aller Regel der Kommission, und damit dem EU-Vertrag, Recht gegeben hat: Bei Umweltvergehen, bei unzulässigen Subventionen etc. Und für den ungarischen Fall wäre besonders der Artikel 2 entscheidend. Wir zitieren ihn, weil er so schön ist:</p>



<p>„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“</p>



<p>Nun, wie würdet IHR urteilen, wenn ihr das gelesen habt?</p>



<p></p>
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		<title>Feiertage Ende 2020 &#8211;         Les fêtes de fin d&#8217;année</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2020 17:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Corona-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein Mann und ich leben seit 20 Jahren in Frankreich, davor über 10 Jahre in Brüssel und seit nun vier Jahren auch halb in Deutschland. Wir sind weder deutsch, noch belgisch oder französisch. Wir sind eine Mischung aus allem, aber vor allem europäisch, und das im guten Sinne. Nicht im Sinne von „Zuviel oder zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Mann und ich leben seit 20 Jahren in Frankreich, davor über 10 Jahre in Brüssel und seit nun vier Jahren auch halb in Deutschland. Wir sind weder deutsch, noch belgisch oder französisch. Wir sind eine Mischung aus allem, aber vor allem europäisch, und das im guten Sinne. Nicht im Sinne von „Zuviel oder zu wenig Europa?“ nicht im Sinne von „Brexit und anderen Exits!“, unsere beiden Söhne und ihre Familien leben in Grossbritannien. Vor allem nicht im Sinne der „Orbans und Kaczynskis“. Aber dazu gibt es andere Blogbeiträge. Mir geht es heute um was GANZ Anderes.</p>



<p>Um die Wahrnehmung von Coronaauflagen seit Anfang November 2020. Frankreich hatte seit September wieder hohe Infektionswerte und nachdem die Todesfälle wieder dramatisch stiegen und die Krankenhäuser wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stiessen, wurde hart durchgegriffen. Was heisst das in Frankreich?</p>



<p>Zum 1.11.: Kein totaler Lockdown! Schulen und viele Wirtschaftszweige blieben am Laufen. Apotheken, Lebensmittelläden, para-ärztliche Versorgung blieben offen. Gaststätten, Cafés, Frisöre mussten schliessen. Genauso Kinos, Theater, Museen und andere kulturelle Plattformen. Um die kleinen Geschäfte zu schützen, mussten „artfremde Angebote“ in Supermärkten abdeckt werden; sprich keine Bücher im Supermarkt oder keine Weihnachtsdeko im Discounter. Sondern NUR Lebensmittel.</p>



<p>Jeder Bürger unterlag der Ausgangssperren: Bis zum 15.12. (Tag der zweiten Lockerungen) max 20 km vom Wohnort (vorher nur 1km!) und auch das nur mit einer schriftlichen Erklärung, dass es sich um eine besondere Situation handelt, wie der Weg zur Arbeit, ein Arztbesuch, Lebensmittelbeschaffung, oder der Hundegang. Strikte Beschränkungen im privaten Bereich gehörten genauso dazu wie Auflagen bei den Besuchen in Altenheimen.</p>



<p>Alles sehr strikt, aber nicht so strikt wie im ersten Lockdown!</p>



<p>Und siehe da – es funktionierte. Frankreich hat früher und strikter „dicht“ gemacht als Deutschland und kann es sich nun erlauben, wenigstens ein wenig das Weihnachtsgeschäft zu retten. Und ehrlich – Hand aufs Herz:</p>



<p>Darum ging es doch AUCH Anfang November in Deutschland, als man wieder einmal hätte hart durchgreifen müssen, um die Menschen zu bewegen, etwas mehr auf sich und ihre Mitmenschen aufzupassen. Aber statt Gefahr zu laufen, sich bei Teilen der Bevölkerung NOCH unbeliebter zu machen, und „Weihnachten“ und „Silvester“, zwei scheinbar heilige Kühe im doch gar nicht so gläubigen Deutschland, zu schlachten, liess man sich auf Halbherzigkeiten ein.</p>



<p>Ich bin eine überzeugte Föderalistin und stolz auf das deutsche System, aber hier hat es leider nur zu regionalen Egoismen statt zur Solidarität gereicht. Und dann war ja da noch die Anti-Coronabewegung. Diese bunt gemischte Gruppe vieler Andersdenkender, die man in einer gutfunktionierenden Demokratie natürlich auch hat. Normalerweise jedoch rechts und links und drüber und drunter. Aber derzeit bilden sie alle einen angstmachenden Zusammenschluss gegen das sogenannte Establishment; gegen DIE POLITIKER; gegen „DIE DA OBEN“. Und sind selbst die einzigen, die noch demokratisch zu sein glauben. Demokratisch gegen die ANDEREN? Gegen die, die auf sich aufpassen wollen? Zum Beispiel die, die der Krankheit und dem Tod in die Augen schauen müssen, weil sie sie nicht verschliessen können und dürfen. Jeden Tag und jede Nacht und ihre eigene Gesundheit opfern … an dieser Stelle ein kleiner Exkurs:</p>



<p>Ich stelle einen Antrag:</p>



<p>All diejenigen, die sagen, dass es Corona nicht gibt, oder das es nichts Schlimmes ist: Könntet ihr bitte eine schriftlich Erklärung abgeben, dass ihr, für den unwahrscheinlichen Fall euch anzustecken, auf jede medizinische Versorgung verzichtet (keine Angst – ihr wisst ja, dass ihr nicht krank werdet). Und die ganz Mutigen von euch würde ich gerne einladen, mit uns in die Krankenhäuser zu gehen, in Deutschland und in Frankreich, gerne auch in Belgien oder England oder sonst wo auf dieser Welt und für ein paar Wochen als freiwillige Pfleger zu arbeiten.</p>



<p>Ich bedanke mich schon im Voraus für eure Mitarbeit und freue mich auf zahlreiche Zusagen.</p>



<p>Ich komme zum Abschluss MEINES Statements:</p>



<p>Hand aufs Herz:</p>



<p>Ist es wirklich so schlimm Weihnachten mal ganz anders zu verbringen? Und Silvester auch? Kann der „Lack of social communication“ nicht eine total krasse Grunderfahrung auf dem Weg zu sich selbst sein? Und können wir nicht hoffen, dass die vielen Milliarden Euros an Corona-Hilfen doch noch einigermassen rechtzeitig bei den Betroffenen ankommen, damit wir nicht zu den zig-tausenden von Corona-Toten auch noch zig-tausende tote Unternehmen in 2021 haben werden? Das ist mein Wunsch ans Universum &#8230;</p>



<p>Vielleicht hilft es daran zu denken, dass wir eigentlich alle im selben Boot sitzen. Die „da oben“ versuchen ihr bestes zu tun. Könntest du es besser? So wie Herr Lindner ? Und einige andere?</p>



<p>Meine Meinung – und deine?</p>



<p></p>
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		<title>Itsche muss weg!     Kostprobe                              aus Mooords-Geschichten, Band 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Dec 2020 18:21:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzkrimis;]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Haus von Itsche stand ideal für ihre Absichten im Leben. Nämlich, Menschen nicht nur zu beobachten, sondern zu kontrollieren, am liebsten jede Sekunde ihres Lebens. Und das, ohne gesehen zu werden. Wie das möglich sein konnte? Ganz einfach. Das alte Haus, in dem sie alleine wohnte, nachdem ihr Mann ihr schon vor Jahren in [&#8230;]]]></description>
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<p>Das Haus von Itsche stand ideal für ihre Absichten im Leben. Nämlich, Menschen nicht nur zu beobachten, sondern zu kontrollieren, am liebsten jede Sekunde ihres Lebens. Und das, ohne gesehen zu werden. Wie das möglich sein konnte?</p>



<p>Ganz einfach. Das alte Haus, in dem sie alleine wohnte, nachdem ihr Mann ihr schon vor Jahren in die Ewigkeit vorangegangen war, lag am Ende einer Sackgasse. Nicht rechts und auch nicht links. Sondern am Kopfende. Und das Kopfende lag um einige Meter höher als alle anderen Häuser in derselben Strasse. Und die Fenster zur Strasse waren insgesamt sechs. 2 jeweils vom EG bis zum 2. Stock.</p>



<p>Itsche war enorm. Nicht einfach nur dick. Aber sie bewegte sich mit einer Eleganz, die an eine Schlittschuhläuferin in Zeitlupe erinnerte. Sie ging nicht über die Strasse, sie schwebte &#8211; oder eigentlich glitt sie einher. Langsam, bedächtig und vor allem geräuschlos. Aber bei genauerem Hinsehen konnte man erkennen, dass ihre kleinen blitzenden Kirschäuglein rasend schnell von rechts nach links huschten, in der Hoffnung ein „Opfer“ zu finden. Jemand, den sie zum Innehalten hätte überreden können. Jemand, den sie erbarmungslos mit ihren Geschichten hätte zuschütten können. Ob im Sommer bei über 30°C, oder im Winter bei minus 10°C. Und bei den dazwischen liegenden Temperaturen war es noch gefährlicher.</p>



<p>Ob ich was gegen Itsche habe? Wie kommen Sie darauf? Andere hatten Probleme mit ihr. Eigentlich alle in der Strasse. Sogar im ganzen Viertel und darüber hinaus. Sie hatte sozusagen einen Ruf &#8230; Keiner wollte sich mit ihr „abgeben“.</p>



<p>Und ich? Ich fand dieses Verhalten der anderen extrem ungerecht. Ich war nämlich immer bereit, für Minderheiten und Outlaws in die Bütt zu gehen. Also schlug ich mich aus Prinzip auf ihre Seite. Und was brachte es mir? Zuerst nur, dass ich bei all den anderen verschissen hatte. Obwohl mich niemand von denen kannte. Ich war doch selbst ein Fremder.</p>



<p>Wann es genau anfing, dass Itsche mich mit Liebesbeweisen der absurdesten Art heimsuchte, kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Erst harmloses Geplänkel, dann die Zeit der Hausmannskost. Und irgendwann stand sie im Hausflur und wollte Blumen giessen oder putzen helfen. Wie sie es geschafft hatte, sich einen Zweitschlüssel zu meiner Wohnung zu verschaffen, bleibt ebenso ein Rätsel, wie ihr Auftauchen, im wahrsten Sinne des Wortes, in MEINER randvoll mit Seifenschaum gefüllten Badewanne.</p>



<p>Zum ersten Mal, seit ich in diese Strasse gezogen war, fing ich an, die Nachbarn zu verstehen. Und es ist mir sehr wichtig zu sagen, dass ich schon oft umgezogen bin in meinem Leben. Nicht immer freiwillig. Und nicht immer an die schönsten Orte. Aber in dieser Strasse fühlte ich mich wohl. Hier wollte ich bleiben – wenn nicht für immer, dann doch einige Jahre. Bäume säumten die Bürgersteige und Rosen rankten an den bunten Hausfassaden. Sogar die Hundebesitzer waren respektvoll.</p>



<p>Nur Itsche nicht!</p>



<p>Und so wuchsen langsam, ganz langsam auch in mir der Wunsch und das unmögliche Verlangen: Itsche musste weg, egal wie &#8230;</p>
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		<title>Auf der Suche nach der Wahrheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 13:11:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Diesen Blogbeitrag widme ich gerne einem sehr lieben und guten Freund. Einem tollen Menschen, voller Ideen, sozialem Engagement und einem kritischen Blick auf die WAHRHEIT. Als ich sehr jung war, suchte ich sie auch. Und dachte, es gibt sie: die eine, einzige Wahrheit. Und alles andere ist Lüge. Dann viele Jahre später lernte ich von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diesen Blogbeitrag widme ich gerne einem sehr lieben und guten Freund. Einem tollen Menschen, voller Ideen, sozialem Engagement und einem kritischen Blick auf die WAHRHEIT.</p>



<p>Als ich sehr jung war, suchte ich sie auch. Und dachte, es gibt sie: die eine, einzige Wahrheit. Und alles andere ist Lüge. </p>



<p>Dann viele Jahre später lernte ich von einem 12 jährigen Kind, dass es sehr wohl verschiedene Wahrheiten gibt und also die Suche nach der einen wahren Wahrheit nicht so einfach ist.</p>



<p>Ich versuche erst gar nicht in die philosophische oder religiöse Dimension des Begriffs einzusteigen. Sondern begnüge mich mit dem alltäglichen Begriff, im Sinne einer korrekten Wiedergabe der Wirklichkeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>



<p>Heute, im Juni 2020, wissen wir alle, dass es viele Wahrheiten gibt. Aber auch viele Lügen. Wo zieht man die Grenze? Was ist faktisch „fake“ und was ist noch halb wahr? Damit jonglieren nicht nur Politiker, Presse, Wirtschaft, etc. Überall wo Menschen sind, waren und sein werden, wird an der Wahrheit gedreht. Mit teilweise katastrophalen Folgen.</p>



<p>Aber jeder hat einen Grund: für sich selbst? Das Gemeinwohl? Machterhalt? Ein politisches Programm? Gewinnmaximierung? Arbeitsplätze? Sicherheit? Klima? Und vieles vieles mehr.</p>



<p>In unserer heutigen digitalisierten Welt sind Informationen sicherlich einfacher und schneller zu verbreiten, aber auch leider einfacher zu verfälschen. Wer kann da noch unterscheiden, was wahr und was nicht wahr ist?</p>



<p>Seit Beginn der Coronakrise gehen immer mehr Menschen auf die Strassen, überall auf der Welt, und stellen die staatlichen Schutzmassnahmen in Frage:</p>



<p>Zu viel oder zu wenig Beschränkungen/ Auflagen/ Verbote?</p>



<p>Wieviel Kranke? Wieviel Tote?</p>



<p>Echte Tote? Fake Tote?</p>



<p>Wenn ein Diktator wie Bolsonaro leere Krankenhausbetten filmen lässt, um das Leben und vor allem die Wirtschaft in Brasilien wieder auf „Normal“ zu bringen, kann man ihm glauben, dass in seiner Wahrheit die Coronabeschränkungen übertriebene Vorsichtsmassnahmen waren? Und desgleichen die Äusserungen von Donald Trump: alles gar nicht so schlimm?</p>



<p>Wir können es nicht beurteilen!</p>



<p>Selbst wenn wir vor Ort wären &#8211; man sieht nicht ALLES. Also brauchen wir <em>verlässliche</em> Zeitzeugen. Und da sind wir wieder bei der Wahrheit!</p>



<p>Es ist so wichtig, nie aufzuhören, sie zu suchen. Und dazu gehört als erstes, sie immer und überall in Frage zu stellen.</p>



<p>Auch die soeben gewonnene – auch unsere eigene!</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>29 auf einen Streich!            Oder                                  Corona macht&#8217;s möglich …</title>
		<link>https://karinbjankowski.de/blog/29-auf-einen-streich-oder-corona-machts-moeglich-irgendwo-im-elsass-april-2020/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin B. Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2020 12:16:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Coronakrimi]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Mooords-Geschichten, Band 1 Irgendwo im Elsass, April 2020 „Das kannst du nicht machen!“ „Und warum nicht?“ „Da fragst du noch? Hast du denn gar kein Gewissen?“ „Warum sollte ich? Nicht bei dem &#8230;“ „Was du vor hast, ist …“ Iris suchte verzweifelt nach Worten. Aber sie war zu schockiert über das, was er ihr [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Aus Mooords-Geschichten, Band 1</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Irgendwo im Elsass, April 2020</h3>



<p>„Das kannst du nicht machen!“</p>



<p>„Und warum nicht?“</p>



<p>„Da fragst du noch? Hast du denn gar kein Gewissen?“</p>



<p>„Warum sollte ich? Nicht bei dem &#8230;“</p>



<p>„Was du vor hast, ist …“</p>



<p>Iris suchte verzweifelt nach Worten. Aber sie war zu schockiert über das, was er ihr gerade ins Ohr geflüstert hatte. Sie konnte nicht weiter neben ihm liegen bleiben, stand auf, streifte sich sein T-shirt über und zündete zwei Zigaretten an.</p>



<p>Nach dem ersten Lungenzug fiel ihr nichts besseres ein als:</p>



<p>„Es ist krank &#8211; einfach krank. Das gerät ausser Kontrolle. Und das weisst du ganz genau. Und deswegen sage ich es nochmal. Es ist krank, nein, du bist krank … Au, lass mich los, du tust mir weh. Ich hab gesagt, du sollst mich loslassen. Ich schreie &#8230; “</p>



<p>„Sag das nie wieder zu mir. Hast du gehört? Nie wieder!“</p>



<p>Iris wusste, wie er tickte und dass sie jetzt besser den Mund halten sollte. Aber recht hatte sie trotzdem. Es war krank. So was von &#8230; Nur, weil er seinem Onkel nach so viel Jahren den Garaus machen wollte, das Leben von so viel anderen, unschuldigen, Menschen mitzugefährden. Verrückt, einfach nur verrückt. Sie musste was tun. Sie kannte Antonio mittlerweile so gut, dass sie wusste, er würde nicht nur davon reden. Er würde es tun. Und auch nicht lange warten. Sobald sie wieder alleine wäre, würde sie seine Therapeutin anrufen. Die wüsste bestimmt, was zu tun wäre. Vielleicht wieder Tabletten? Im Notfall wieder in die Klinik?</p>



<p>„Was ist los, was schaust du so hinterhältig, du denkst an irgendwas? Wenn du die Polizei rufst, dann &#8230;“</p>



<p>Aber Iris liess ihn nicht ausreden. Sie drückte ihm ihre schmalen Lippen auf den Mund, nahm seine Hand und legte sie wieder auf ihre Brust. Das funktionierte eigentlich immer.</p>



<p>„Du willst mich nur ablenken. Ich kenn dich doch, meine liebe kleine Iris. Ich hab in 10 Jahren angewandter, hautnaher Therapie mehr gelernt als du in zwei Jahren theoretischer Psychologie … „</p>



<p>Er lachte sie an. Dieses breite hämische Lachen, das seine strahlendweissen Zähne immer bis aufs Zahnfleisch entblösste.</p>



<p>Aber er nahm sie trotzdem bei den Schultern, erwiderte inbrünstig ihren Kuss und zog sie wieder ins Bett. Aber jetzt wollte sie nicht mehr. Nicht, nachdem er sie so durchschaut hatte.</p>



<p>+ + +</p>



<p>Sie hatte ihn vor knapp einem Jahr im Supermarkt bei ihr um die Ecke entdeckt. Er fiel ihr sofort auf. Er sah einfach toll aus. Mittelgross, Dreitagebart, eine Brille wie Bertolt Brecht, lässige Jeans und Designerhemd, braungebrannt und dann das Interessanteste: Die Tattoos am Auge. Noch am selben Abend hatte sie sich schlau gemacht im Internet:</p>



<p><em>Hat jemand mehrere <strong>Tränen</strong> am Augenwinkel tätowiert, stehen sie für die von ihm begangenen Morde oder die Anzahl der Inhaftierungen. Eine einzelne <strong>Träne</strong> kann auch für die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen stehen und für die Absicht, diesen zu rächen – oder dafür, dass man schon zehn Jahre inhaftiert ist.</em></p>



<p>Daraus machte sie sich ein erstes Bild. Es beflügelte ihre Phantasie. Sie musste ihn unbedingt wiedersehen. Diesen männliche Geruch einatmen ; das war nicht nur Aftershave. Das waren Kraft und Mut. Muskeln wie Drahtseile. Und dann der Blick, der sie fast durchbohrt hätte. Vielleicht war es ja auch nicht so clever von ihr gewesen, sich die Sachen in seinem Einkaufswagen so genau anzuschauen. Diskret war echt anders. Aber es hatte sich gelohnt. Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist &#8230; Oder so ähnlich geht doch der Spruch. Auf jeden Fall waren es wichtige Elemente, um ihr Bild zu vervollständigen. Und sie wusste heute noch genau, was im Korb lag: Eine Unmenge von dem selben tiefgefrorenen Fertiggericht (Hähnchen Curry), drei Flaschen roten Vacqueyras, sechs Flaschen Louis Roederer Brut, ein Sixpack dunkles Leffe, mindestens sechs Packungen Toilettenpapier und sechs Gläser von dieser sündhaft teuren Foie Gras aus dem Perigord.</p>



<p>„Stimmt was nicht, oder warum starren Sie so in meinen Einkaufswagen &#8230;“.</p>



<p>Er war blitzschnell neben ihr aufgetaucht. Dabei hatte sie doch so gut aufgepasst. Und gesehen, wie er sich ein Ticket am Käsestand gezogen hatte.</p>



<p>Sie kam sich vor wie ein kleines Kind, das gerade beim Naschen erwischt wurde. Und sicherlich war sie auch puterrot angelaufen. Sie spürte die Hitze bis in die Haarwurzeln.</p>



<p>Er blitzte sie wütend an mit diesen grünblauen Augen. Solche hatte sie ja noch gar nie gesehen. Und dazu dieses tolle abweisende Gehabe. Da wusste jemand sich zu verteidigen. Toll, was für ein Mann!</p>



<p>Sie stammelte sich ein triviales „Sorry, ich such&#8216; meinen Wagen &#8230;“, zusammen und verschluckte vor Aufregung den Rest. Als er schon längst kopfschüttelnd und irgendetwas Unhöfliches grummelnd an der Kasse stand, sagte sie mit Tränen in den Augen:</p>



<p>„Nichts für ungut. Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Abend &#8230;“</p>



<p>+ + +</p>



<p>Er wusste heute noch nicht, warum er damals, als er das dritte, oder war es das vierte Mal, im Supermakt über sie gestolpert war, die Einladung auf einen Drink angenommen hatte.</p>



<p>Okay, sie sah ganz sexy aus. Hatte diesen schönen, nicht zuviel, nicht zu wenig Busen. Statt Jeans, wie fast alle in ihrem Alter, trug sie meist kurze farbenfrohe Röckchen und ein T-Shirt, das den Blick vorne auf den Bauchnabel frei liess und, sobald sie sich umdrehte, auf das Tattoo am Rücken. Den kleinen scharlachroten Skorpion, genau am untersten Ende ihrer kerzengeraden Wirbelsäule. Gerade so, als wolle er sich durch ihre Unterwäsche und zwischen die zwei drallen Pobacken zwängen.</p>



<p>Er hatte sofort so ein komisches Gefühl. Fand sie aufreizend. Vorwitzig. Indiskret. Aber trotzdem gefiel sie ihm. Er öffnete schliesslich nicht für jeden seinen Lieblingschampagner. Und schon gar nicht eine Foie Gras. Aber sie war so – ja was – sensationslüstern; genau, das war sie. Sensationslüstern. Und zwar auf alles: Alles zu essen, alles zu trinken, alles von ihm. Und bei der zweiten Flasche Champagner erzählte er ihr nicht nur, dass er sieben Jahre in der berühmt-berüchtigten Engelmann-Strasse in Strassburg abgesessen hatte. Sondern auch, warum: Seine schwere Kindheit. Sein Jähzorn. Seine gefährliche Linke. Ein Haken, und sein Gegenüber war platt. Nicht nur einmal. Und auch, dass er weder rassistisch noch sexistisch war. Er schlug halt nur gerne zu: ob schwarz, ob weiss, ob Mann oder Frau. Bei ihm hatten sie alle die selbe Chance!</p>



<p>Das Tolle war ja auch, dass diese Iris gar nicht schockiert war. Dieser Blick. Die himmelte ihn an, um so mehr er erzählte. Also gab er ihr weiter Stoff. Und damit bekam er sie sogar ins Bett. Die war richtig geil auf harte Typen. Er brauchte sich nicht zu schämen, geschweige denn zu verstellen, wie sonst bei Frauen; sogar denen, die er bezahlte. Egal!</p>



<p>Schlimm wurde es ja erst, als er ihr von seinem Onkel Claude, dem Arschloch, erzählte und was er mit ihm vorhatte. Das hätte ihm nicht passieren dürfen. So die Hosen runterzulassen und das Intimste seiner Welt preiszugeben: Nämlich, dass dieses Schwein von Claude seine Mutter vergewaltigt hatte. Er war wohl schon immer scharf auf sie gewesen und als <em>papa </em>damals mal wieder unterwegs war, wie so oft, hatte er sie … er konnte es heute noch nicht aussprechen. Warum war <em>papa</em> auch so oft weg? Staubsaugervertreter. Was für ein Scheissjob war das denn? Und <em>maman</em>, die hatte nichts gesagt. Erst auf dem Sterbebett. Und das Schlimmste für IHN war nicht einmal, dass Claude sie danach immer wieder vergewaltigt hatte. Das war schlimm für SIE. Nein, das Schlimmste für Antonio war, das ausgerechnet dieser Arsch sein leiblicher Vater war und er seine Gene geerbt hatte. <em>Papa</em> musste es irgendwann rausgefunden haben. Alles. Das war nun schon 10 Jahre her. Danach gab er sich den Strick. Aber damals hatte Antonio noch nix kapiert. Erst seit drei Monaten. Erst seit <em>maman </em>tot war. Dieser leere Blick. Diese schon immer toten Augen. Jetzt waren sie für immer zu. Heute wusste er endlich, warum alles so schlimm war. Und warum er so geworden war, wie er ist. Da nutzte auch all das viele Geld nicht, das Claude ihm schon vor Jahren überschrieben hatte. Dieser Scheisskerl. Dieses Stück Dreck.</p>



<p>Aber heute wusste er, was noch zu tun war. Ein letzter Liebesbeweis für seine Mutter, die ihm zu Lebzeiten keine Liebe geben konnte. Weil sie ja schon viel früher gestorben war. Nur hatte es damals niemand gemerkt.</p>



<p>+ + +</p>



<p><em>L&#8217;Est Republicain, 24. April 2020:</em></p>



<p><em>Schon wieder Corona-Tote in einem Pflegeheim! In der gestrigen Ausgabe berichteten wir von Sterbefällen in einem Seniorenheim in Mulhouse; und heute erfahren wir von dem bisher schwersten Corona-Fall im Elsass: In einem Seniorenheim in Strassburg sind 29 Personen in Verbindung mit dem Virus gestorben. Nach unseren Recherchen handelt es sich um 21 Heiminsassen, 3 Pfleger, 3 Krankenschwestern, einen Seelsorger und eine Person der Heimleitung. Es wird im Moment davon ausgegangen, dass der Virus von aussen in das Heim hineingetragen wurde.</em></p>



<p>Iris legte mit zitternden Händen die Tageszeitung aus der Hand und versuchte, ihre Beherrschung nicht ganz zu verlieren. Jetzt nur kein falsches Wort sagen. Und sie liess ihn reden.</p>



<p>„Was regst du dich denn auf? Es konnte überhaupt nichts schief gehen. Und die Kollateralschäden sind auch nicht schlimm. Es gibt bestimmt wieviel Alte, die hätten mir sogar noch Geld für Sterbehilfe gegeben. Schade, dass ich daran nicht früher gedacht habe &#8230;“.</p>



<p>Er versteckte noch nicht mal sein zynisches Lachen und bot ihr eiskalt eine Zigarette an.</p>



<p>„Du hast also …. ein Päckchen &#8230; mit Coronavirus infiziertem Inhalt &#8230; deinem Onkel ins Altenheim geschickt. Einfach so? 29 Menschen tot! Das sind zig Tote, die nichts mit deiner Familiengeschichte zu tun hatten. Du bist, du bist … ja, du bist wahnsinnig.“</p>



<p>Kaum war das Wort über ihre Lippen, spürte sie den brennenden Schmerz seiner mit voller Kraft geschmetterten Ohrfeige. Sie fiel sofort zu Boden. Ihr wurde schwarz vor Augen und sie schmeckte warmes Blut auf ihren Lippen und im Mund. Dann ging alles sehr schnell: Sie griff um sich, ohne genau zu sehen, wonach. Der erste feste Gegenstand, der ihr in die Finger kam, war der Schürhaken. Und damit schlug sie zu. Zuerst in alle Richtungen. Dann gezielt. Nicht einmal. Nein, sie schlug und schlug und schlug. Immer und immer wieder.</p>



<p>+ + +</p>



<p><em>L&#8217;Est Republicain, 11.7.2029</em></p>



<p><em>Iris Lemaire, die französiche Antwort auf Frida Kahlo:</em></p>



<p><em>Zum ersten Mal seit ihrer achtjährigen Gefängnisstrafe wird die Künstlerin Iris Lemaire heute anlässlich ihrer diesjährigen Vernissage „Bis auf den Grund der Dinge“ persönlich anwesend sein. Viele von Ihnen werden sich an das tragische Schicksal dieser Frau noch erinnern, die vor acht Jahren ihren Liebhaber auf brutalste Art erschlagen hatte. Danach nie wieder redete und während ihrer Gefängnisstrafe so ausdrucksstarke Bilder gemalt hat, die in kürzester Zeit internationale Anerkennung fanden. Schon ihre Anfangswerke wurden von Kunstexperten mit der Technik und Aussagekraft der mexikanischen Ausnahmekünstlerin Frida Kahlo verglichen. Bei beiden Frauen geht es hauptsächlich um den Kampf mit ihrem Leiden, dem körperlichen Schmerz, und bei Iris Lemaire ganz besonders dem seelischen. Im Unterschied zu Frida Kahlo hat sich Lemaire in den letzten Jahren nicht nur ihrer eigenen Geschichte, sondern der ihrer Mit-Arrestantinnen gewidmet.</em></p>



<p><em>Nach dem ersten Bilderzyklus „Abgründe“, der sie zu nationalem Ruf brachte, kam jedes Jahr ein Neuer hinzu. Ihre Werke werden am Kunstmarkt hoch gehandelt.</em></p>



<p><em>Vernissage 11.7.2029, 19h, Galerie du Marais, 21 Place des Vosges, 75003 Paris</em></p>



<p>+ + +</p>



<p>„Mademoiselle Lemaire, darf ich Ihnen eine indiskrete Frage stellen? Sie haben sich heute zum ersten Mal nach vielen Jahren in Worten ausgedrückt und nicht „nur“ in phantastischen Bildern. Ich darf sicherlich im Namen aller Anwesenden und auch meiner Journalistenkollegen sagen, wie sehr es uns gefreut hat, ihre persönlichen Ausführungen zu den Werken zu hören. Jedes ihrer Bilder spricht für sich und lässt tiefe Einblicke in die Seelen der Menschen zu. Sie führen uns nicht nur zur Tat, sondern auch zum Grund jedes einzelnen Gewaltverbrechens. Und obwohl doch immer ganz schreckliche Geschichten dahinter stehen, wie wir jetzt von Ihnen erfahren haben, benutzen Sie meistens kräftige, helle und, man kann fast sagen, positive Farben, statt, wie man vermuten könnte, dunkle, wie bei Francis Bacon und anderen. Bis auf ein Gemälde, das auch von der Geschichte gar nicht zu den anderen Werken von Ihnen zu passen scheint.</p>



<p>Ich meine das, das auf ihren ausdrücklichen Wunsch, wie ich von ihrer Agentin gehört habe, in jede ihrer Vernissagen in den letzten Jahren integriert wurde, aber unverkäuflich ist. Das ganz hinten in der Ecke. Das mit dem Titel:</p>



<p>29 auf einen Streich.</p>



<p>Das war doch kein Gewaltverbrechen&#8230; War das nicht Corona?“</p>
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