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	<title>Hans Jankowski &#8211; karinbjankowski.de</title>
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	<description>Webseite von Autorin Karin B. Jankowski</description>
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	<title>Hans Jankowski &#8211; karinbjankowski.de</title>
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		<title>Benzinpreis: Ojeojeoje</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2021 08:47:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Autofahren]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Corona-Krise wird jetzt als bald erledigt erklärt, trotz seit Wochen steigender Inzidenzzahlen. Alle haben die Schnauze voll davon, also verkündet der (noch) zuständige Minister das Ende der Fahnenstange. So einfach ist das auf einmal, ne? Da muss nun für die Öffentlichkeit eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden: Der Benzinpreis! Und dann auch noch [&#8230;]]]></description>
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<p>Die Corona-Krise wird jetzt als bald erledigt erklärt, trotz seit Wochen steigender Inzidenzzahlen. Alle haben die Schnauze voll davon, also verkündet der (noch) zuständige Minister das Ende der Fahnenstange.</p>



<p>So einfach ist das auf einmal, ne?</p>



<p>Da muss nun für die Öffentlichkeit eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden: Der Benzinpreis! Und dann auch noch der für Gas und Heizöl, logischerweise. Die bevorzugte Lösung: Der Staat muss helfen, mal wieder – obwohl er auch diesmal nichts dafür kann, dass Ölländer und Weltwirtschaft den Preis für Rohöl und Gas wieder mal in die Höhe treiben.</p>



<p>Ja, wieder mal. Die älteren unter uns erinnern sich noch an die sog. „Ölkrise“. Damals war der Rohstoff knapp geworden, die Preise gingen steil nach oben, und&#8230; Ja und was? Es wurden autofreie Sonntage eingeführt, und Tages-Fahrverbote abwechselnd für Kfz mit geraden und ungeraden Kennzeichen. Wir können uns nicht daran erinnern, dass es damals einen Riesenaufstand gegeben hätte. Viele fanden es sogar richtig erholsam, am Sonntag mal ungestört auf der Hauptstrasse spazierengehen zu können. Wäre das heute auch noch möglich? Wir bezweifeln das.</p>



<p>Denn nichts, aber auch gar nichts, hat sich im Verhältnis zum Auto geändert: Immer mehr, immer grösser und schwerer, immer schneller. Uns wird schwindlig, wenn wir, von Frankreich kommend, die Aldi- oder Lidl-Parkplätze anschauen: Jede Menge dicke, neue Autos. Die Deutschen ein Volk von Oberförstern.</p>



<p>Immer noch geht die Hälfte aller Fahrtstrecken nicht mal über 10 km, und dank der FDP und den mündigen Bürgern ist erst mal das generelle Tempolimit vom Koalitionstisch. Gegen alle Vernunft, fast noch alleine auf der Welt (siehe unseren Blog dazu); und der Spritverbrauch wird davon auch nicht weniger. Wenn wir alle mal weniger Sprit verbräuchten? Wäre doch gar nicht so schwer, siehe unten.</p>



<p>Vielleicht können wir uns mal bei unseren Nachbarn umschauen: Ja, hier hilft der Staat: 100 € in bar für die ärmeren Haushalte in Frankreich, Erleichterungen bei der Mineralölsteuer woanders; es gibt Mittel und Wege, auch ohne eine Riesen-Bürokratie. Auch in Deutschland könnte man vielleicht beanstanden, dass fast die Hälfte des Treibstoffpreises (nicht für Flug-Kerosin, das ist nicht besteuert!) aus Steuern und Abgaben besteht&#8230;</p>



<p>Aber lasst uns keine falschen Zeichen setzen: Das Ziel muss heissen: Weniger verbrauchen, beim Heizen (auch und vor allem in Geschäften und öffentlichen Gebäuden) und besonders beim Autofahren. Die Niederlande und Dänemark haben auch kein besseres Wetter, aber es gibt dort soviel mehr Menschen, die innerstädtisch mit dem Rad unterwegs sind, nicht wahr? Und muss es denn ein neuer Benzin/Dieselschlucker sein, wo wir doch nur oft im Stau stehen und Parkplätze knapp sind?</p>



<p>Wir wünschen uns statt Aufregung, noch mehr allgemeiner Verdrossenheit und Rufe nach Staat</p>



<ul><li>mehr Eigenverantwortung</li><li>mehr Gelassenheit (hierzu ein Beispiel: Gestern kam im französischen TV als erstes ein Beitrag über die hohen Benzinpreise: Aber kein Gejammer, sondern nur ein Bericht über die Vorteile und den wachsenden Anteil von Car-sharing!)</li><li>und dann doch noch eine Bitte an die neue Regierung, die Deutsche Bahn und unsere Planungsbehörden: Lasst das regionale Schienennetz wieder aufleben! Gebt uns unsere kleinen Strecken und die niedlichen Bahnhöfe wieder zurück! Dann können uns die Spritpreise irgendwann wurscht sein.</li></ul>



<p>Wir danken im voraus.</p>
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		<title>GEHT WÄHLEN!!!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2021 09:55:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
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					<description><![CDATA[Oder: Bitte keine französischen Verhältnisse&#8230; In einer Woche wählt Deutschland seinen neuen Bundestag – und seine neue Regierung. Die Umfragen bestätigen vor allem einen Trend: Die sog. „grossen“ Parteien, Union und SPD, sind nicht mehr die Volksparteien von früher; und eine Koalition von drei Parteien ist schon rechnerisch sehr wahrscheinlich. Denn in Deutschland wird ja [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Oder: Bitte keine französischen Verhältnisse&#8230;</strong></p>



<p>In einer Woche wählt Deutschland seinen neuen Bundestag – und seine neue Regierung. Die Umfragen bestätigen vor allem einen Trend: Die sog. „grossen“ Parteien, Union und SPD, sind nicht mehr die Volksparteien von früher; und eine Koalition von drei Parteien ist schon rechnerisch sehr wahrscheinlich.</p>



<p>Denn in Deutschland wird ja bekanntlich immer versucht, eine Regierung der und für die Mehrheit der Wähler zu bilden. Das heisst Kompromisse, das heisst Kröten schlucken (welcher Grünen-Wähler würde sich z.B. freuen, mit der FDP zu koalieren?), das heisst aber auch, und vor allem, dass sich auch die nächste Bundesregierung und ihre Politik auf eine Mehrheit der Wähler berufen und stützen kann.</p>



<p>Selbstverständlich? Oh nein. Wir haben die Wahlen in den USA verfolgt: Demokraten oder Republikaner, sonst nichts. Und: „The winner takes it all“. Was bedeutet, dass knapp die Hälfte der Wähler am Ende dumm dasteht und sich nicht adäquat vertreten fühlt. Das Land ist gespalten.</p>



<p>So ähnlich sieht es leider auch in Frankreich aus: Macron hat sein Versprechen nicht gehalten und wieder nicht die Verhältniswahl eingeführt. Damit werden wir uns nächstes Jahr wieder auf ein grosses Durcheinander mit vielen Kandidaten im 1. und auf ein Duell im 2. Wahlgang gefasst machen müssen. Und auch hier wird der Gewinner am Ende alles abräumen. Koalitionen sind hier verdächtig und unerwünscht (Absprachen ja, aber davon braucht ja keiner zu wissen) und deshalb kriegt der/diejenige, der/die die meisten Stimmen erhalten hat, eine komfortable Mehrheit dazugeschenkt.</p>



<p>In Klammern: Wir hatten vor den letzten Präsidentschaftswahlen für den kommenden Innenminister einen Text verfasst, der hier in unserer Blogsammlung enthalten ist (auf französisch). Daraus ein Beispiel: In unserer früherem Wohnort war der Bürgermeister mit 51% der abgegebenen Stimmen gewählt worden. Und im Gemeinderat sassen dann 21 Mitglieder seiner Liste und 8 der Opposition, macht 10 Sitze Bonus für den Gewinner. Findet Ihr das gerecht? Wir nicht; und kein Wunder, wenn sich die „Opposition“ und 49% ihrer Wähler untergebuttert fühlen, um nicht zu sagen, verarscht.</p>



<p>Also, gut, dass in Deutschland das Verhältniswahlrecht gilt, mit Direktmandaten und Listen. Und dass dann Koalitionen entstehen, die eine Wählermehrheit widerspiegeln. So fühlen sich mehr Wähler auch repräsentiert und „dabei“.</p>



<p>Allerdings machen uns zwei Dinge doch grosse Sorgen:</p>



<p>Einmal die, trotz Koalitionen und echten Mehrheiten, dass die <strong>Politikverdrossenheit</strong> immer weiter zuzunehmen scheint. Wie oft hören wir: „Ach, die lügen doch alle.“ oder: „Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen.“, usw. Kennt Ihr sicher auch, solche Sprüche. Aber wem nützen sie denn? Was soll das denn bitte heissen? <strong>Das erste Mal seit Jahrzehnten kann Deutschland mal was Neues wählen,</strong> auf jeden Fall eine neue Regierung mit neuer Spitze und vielleicht einer neuen Parteien- und Ideenkoalition. Wenn einem das, was wir haben, nicht genug ist oder gar nicht passt, dann kann er am Sonntag für einen Wechsel stimmen. Denn jede Partei, ausser der AfD und den Splitterparteien, könnte in der nächsten Regierung sitzen, mit vielen neuen Köpfen und neuen Ideen.</p>



<p>Also: Hier ist die Chance zu verändern, was uns nicht passt!</p>



<p>Und dann noch (und damit zusammenhängend): <strong>Die Sich-Enthalter</strong>.</p>



<p>Bei den französischen Regionalwahlen sind die meisten Wähler gar nicht erst an die Urnen gegangen (auch hier gibt es einen Blog). Ergebnis: Manche Kandidaten sind schon mit 20% aller wählerberechtigten Bürger gewählt worden. So ähnlich ist übrigens auch Macron am Ende in sein Amt gekommen. Also haben 80% den jeweiligen Amtsinhaber, Gemeinde- Regional- oder Nationalrat, NICHT gewählt! Da ist es mit der Identifikation, mit der Unterstützung natürlich nicht weit her, ne? Und schon hört man wieder: „Den/die kenn ich gar nicht“ oder „Den/die hab ich nicht gewählt.“ Wie sagte der im Dreck sitzende Michael Palin zu König Arthur: „I didn&#8217;t vote for you“.</p>



<p>Und das wollen wir doch nicht, oder?</p>



<p><strong>Also, Leute, bitte wählt</strong>. Ihr habt die Chance zu verändern, neue Leute in wichtige Ämter zu bringen und am Ende das Recht zu haben, sehr dafür oder auch dagegen zu sein und das Maul aufzureissen, wie es Euch beliebt.</p>



<p>Wer nicht wählt, hat diese Chance leider nicht genutzt und sollte sich überlegen, ob er die nächsten vier Jahre vielleicht lieber die Klappe hält. Denn er hat die Politik den anderen überlassen.</p>



<p>Wie heisst es im TV: „Das ist unsere Meinung – und Eure?“</p>
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		<title>Der Missbrauch und die Justiz: Und sie bewegt sich doch!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2021 09:57:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschänder]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihr wisst, dass der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, in allen seinen Formen, uns weiter umtreibt. Meine Karin hat ein sehr bewegendes Buch darüber geschrieben („Das letzte Geheimnis“) und dabei den Geistern ihrer Vergangenheit mutig ins Auge geschaut. Wir verfolgen unter anderem die in unserer Wahlheimat Frankreich publizierten Fälle von Missbrauch aller Art (siehe andere Blogbeiträge) [&#8230;]]]></description>
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<p>Ihr wisst, dass der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, in allen seinen Formen, uns weiter umtreibt. Meine Karin hat ein sehr bewegendes Buch darüber geschrieben („Das letzte Geheimnis“) und dabei den Geistern ihrer Vergangenheit mutig ins Auge geschaut.</p>



<p>Wir verfolgen unter anderem die in unserer Wahlheimat Frankreich publizierten Fälle von Missbrauch aller Art (siehe andere Blogbeiträge) und haben dabei eine Tendenz festgestellt, die sowohl verblüffend als auch ermutigend ist: Die zur Anklage gebrachten Fälle werden immer härter bestraft! Die französische Justiz verhängt schon bei sogenannten Einstiegsdelikten (Besitzen von Kinder-Pornographie, Betatschen, sexuell aufdringliche Anmache&#8230;) immer strengere Strafen, während sie Frauen, die sich aus Not gewehrt haben, viel mehr Verständnis entgegenbringt. Das hat zuletzt der Fall Valérie Bacot (unser Blog) gezeigt.</p>



<p>Und dasselbe scheint gerade in Deutschland zu geschehen: Als ehemaliger Richter kann ich nur Beifall klatschen, wenn ich das Urteil gegen die Münsteraner Kinderschänder sehe: 10 bis 14 Jahre plus anschliessende Sicherungsverwahrung – das ist viel, verglichen mit früher. Ich erinnere mich noch an ein Urteil, bei dem ich in den 70ern mitgewirkt habe: 6 Jahre für die wiederholte Vergewaltigung seiner drei Töchter, aus heutiger Sicht viel zu milde. Denn auch die Mutter des münsteraner Haupttäters: 5 Jahre fürs Wegschauen! Das ist heftig, und das ist richtig. Denn das Wegschauen ist oft eine Bedingung für die Tat. Also nochmal, bravo unserer Justiz in Frankreich und in Deutschland; möge es so weitergehen.</p>



<p>Ich bin nicht naiv: Sicherungsverwahrung heisst nicht automatisch lebenslänglich. Es wäre möglich, dass die 4 Haupttäter nach, sagen wir mal 20 Jahren, entlassen werden; und bei ihrem Alter (dann wären sie 50 – 60) wären sie immer noch in der Lage, weiter Schreckliches anzustellen. Da muss die sog. Führungsaufsicht ihre Arbeit machen und bei dem geringsten Anzeichen eines Rückfalls den Täter wieder aus dem Verkehr ziehen. Und denen, die entgegnen könnten, dass wir hier bei einem Strafmass wie bei Mord sind , sage ich „Gut so“. Denn, wie bereits gesagt, diese vier Täter werden vielleicht nach 20 Jahren wieder frei sein – ihre Opfer haben aber lebenslänglich: Nie wieder werden sie in ihrem Leben frei sein von den Schmerzen und Wunden, die ihnen zugefügt worden sind. Fragen Sie Karin, meine geliebte Frau. Oder fragen Sie mich, denn das Leben mit einem ehemaligen Opfer sexualisierter Gewalt ist nicht immer einfach!</p>
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		<title>Deutschland 0, England 2, oder Gedanken über das Deutsche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Jankowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 13:52:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Stunde vor dem Spiel England./.Deutschland. Trotz allem, trotz Jogi und dem DFB und trotz der Enttäuschungen und schlechten Spiele in den letzten Jahren wünsche ich mir sehr, dass „wir“ gewinnen. Da ist es auch egal, dass ich den grössten Teil meines Lebens im Ausland gewohnt und gearbeitet habe; sogar unser Jüngster, in England mit [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p>Eine Stunde vor dem Spiel England./.Deutschland. Trotz allem, trotz Jogi und dem DFB und trotz der Enttäuschungen und schlechten Spiele in den letzten Jahren wünsche ich mir sehr, dass „wir“ gewinnen. Da ist es auch egal, dass ich den grössten Teil meines Lebens im Ausland gewohnt und gearbeitet habe; sogar unser Jüngster, in England mit einer Engländerin verheiratet, ist und bleibt Fan der deutschen Mannschaft.</p>



<p>Da muss doch etwas sein, was man nicht rational begründen kann, auch gegen so viele gute Gründe, siehe oben. Ich habe auch nichts gegen England, bis auf Boris und seinen Brexit. Fühle ich also doch so etwas wie Heimat, Nationalstolz? Darüber denke ich gerade nach.</p>



<p>Ein kluger Franzose hat einmal gesagt, das deutsche Wesen liesse sich mit zwei Wortpaaren zusammenfassen: „Entweder – oder“ und „Wenn schon – denn schon“. Das habe ich direkt verstanden, und irgendwie entspricht das auch meiner Einstellung. Da ist soviel Wunsch nach Ausschliesslichkeit, Bedürfnis an Klarheit und am Ende Konsequenz drin. Das ist doch eigentlich löblich, oder?</p>



<p>Hier kommt aber mein Problem: Wie können diese Eigenschaften überleben in einer Zeit, in der der Zweifel herrscht? In der die Menge an Informationen und Meinungen dazu führt, dass alles wahr ist und auch das Gegenteil? Sie wollen wissen, wie man einen Hundewelpen erzieht (unser aktueller Fall)? Ganz einfach. Internet, Bücher und Experten wissen das: Durch Liebe und Strenge, durch Härte und Bestechung, durch Geduld und schnelles Durchgreifen. Oder Corona: Ist es die grösste Pandemie seit Menschengedenken oder eine Verschwörung gegen unsere Grundrechte? Unsere TV-Journalisten können das auch: Erst wird ein neues Gesetz vorgestellt, und dann sehen wir jemanden, der/die uns erklärt, was für ein Quatsch das alles ist. Ich zitiere eine Nachrichtensprecherin am Ende einer Meldung: „Aber es gibt auch Kritik gegen dieses Gesetzesvorhaben.“ Na, toll, dann wissen wir ja Bescheid.</p>



<p>Aber wie verträgt sich das mit unserer so deutschen Sehnsucht nach Klarheit? Eben gar nicht, und jetzt komme ich auf meinen Punkt: Wir Deutschen müssen uns entweder entscheiden, oder lernen, mit Unsicherheiten zu leben und umzugehen. Zweifel können auch der Anfang eines Nachdenkens sein, eines In-Frage-Stellens, und dann vielleicht sogar einer Idee, eines Plans, eines Wegs. Zweifel können auch Kreativität fördern: Wie kann ich das schaffen? Wie besser machen? Aber das dann auch richtig, eben „wenn schon – denn schon“. Und nicht irgendwelchen Rattenfängern hinterherlaufen, die aus der allgemeinen Verunsicherung ihr Süppchen kochen wollen. Sondern sich die Infos anschauen, selbstständig nachdenken und für sich entscheiden, was man glauben will. Und danach handeln.</p>



<p>Ja, das ist schwer. Veränderungen sind so schwer. Aber was bleibt uns übrig, wenn sich um uns herum schon so viel verändert hat und noch ändert.</p>



<p>P.S. Gerade ist das Spiel zu Ende gegangen: 2:0 für England. Mal verlieren kann man immer, aber irgendwie passt das „wie“ zu meiner These. Seit dem blamablen Ausscheiden bei der letzten WM hatte sich bei der deutschen Nationalmannschaft NICHTS geändert. Immer noch der gleiche Schlafwagenstil, Quer- und Rückpässe ohne Ende, im Grunde ein negativer, um nicht zu sagen feiger Fussball.</p>



<p>Damalige Reaktion des DFB: Erst mal die Verträge mit den Verantwortlichen verlängern und dann eventuell sehen, was man (wer denn?) ändern könnte. Das Ergebnis haben wir gerade gesehen.</p>



<p>Und der Grund: Vor allem, und immer wieder, das Festklammern am Bestehenden („Das haben wir schon immer so gemacht.“), das Verdrängen des Zweifels, die Unfähigkeit zur Veränderung.</p>



<p>Der Fussball als Spiegelbild der (deutschen) Gesellschaft? Unbedingt.</p>



<p></p>
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